Warum muss ich meinen alten Heizeinsatz im Kachelofen austauschen?

Als Besitzer eines Kachel- oder Kaminofens wollen Sie auch in Zukunft auf die wohlige Wärme und gemütliche Atmosphäre in Ihrem Zuhause nicht verzichten. Mit der Bundesemissionschutzverordnung (1. BImSchV) traten am 22.März 2010 strengere Auflagen zur Einhaltung der Emissonsgrenzwerte in Kraft. Sicherlich hat Sie Ihr Schornsteinfeger bei den jährlichen Kontrollen in der Vergangenheit darauf hingewiesen. Der Nachweis über die Kohlenmonoxid- und Feinstaubwerte musste bis 2013 erbracht werden.

Seit 2010 führt der Bezirksschornsteinfeger in einem Zeitraum von sieben Jahren, zwei Kontrollen Ihrer Feuerstätte (Kleinfeuerungsanlage) durch. Grundlage ist die 1. BImSchV zur Überwachung des technisch einwandfeien Zustandes sowie die Lagerung des Brennstoffes (Feuerstättenschau). Diese Kontrolle beruht auf dem Schornsteinfegerhandwerksgesetz.

 

Die Novellierung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen können Sie hier ausführlich nachlesen.

Wie läuft die Sache in der Praxis ab?

Der Ofenbesitzer wird vom Schornsteinfeger darauf hingewiesen, dass Ihr alter Heizeinsatz bis zu einem bestimmten Stichtag (Übergangsfristen der BImSchV) ersetzt werden muss. Die wenigsten Kunden sind darüber erfreut, da der alte Heizeinsatz nach so vielen Jahren immer noch seine Dienste erfüllt. Also schnell die Maße des „Alten Heizeinsatzes“ ermittelt und ein neues Gerät gesucht.Die meisten Suchwörter sind:
  • Frontplattenmaße
  • Korbusmaße
  • Leistung

  • In Deutschland gibt es eine Flut von Anbietern mit diversen Heizeinsätzen welche dafür in Frage kommen würden.
    Aber passt Ihr Kachelofen zu den technischen Vorraussetzungen des neuen Heizeinsatzes.
    1.Luftgitter
    Ihr Kachelofen ist mit Luftgittern versehen. (im unteren Bereich die Kaltluftgitter ggf. Segmentbogen und im oberen Bereich die Warmluftgitter)
    Über die Kaltluftgitter oder den Segmentbogen strömt die kalte Luft die 1. für die Verbrennung benötigt wird und 2.für die Konvektion.
    Kurz gesagt:
    was oben an Konvektionswärme rauskommen soll muss unten erst mal rein
    2. Die Dämmung
    Die im Ofen befindliche Dämmung, welche meist aus einer dünnen Schicht Mineralwolle mit Alufolie besteht oder im schlimmsten Fall ist garkeine Dämmung vorhanden. Dies sollte unbedingt geändert werden. Diese Alu Dämmwolle fasert selbst nach Jahren noch aus. Diese falten sich zusammen und es entstehen Falträume in denen sich Staub bilden kann. Dadurch ensteht Feinstaub der sich mit der Konvektionsluft bindet und so ein ungesundes Raumluftklima bildet.
    Tauschen Sie die alten Dämmstoffe gegen neue aus. z.B Silca KM 250
    Untersuchen Sie den Ofeninnenraum genau und lokalisieren Sie Stellen wo sich die sogenannten „Wollmäuse“ bilden. Entfernen Sie diese und sorgen Sie für glatte Oberflächen damit wird die Neubildung verhindert. Dadurch werden Sie Ihre Raumluftqualität deutlich erhöhen.
    3. Konvektionsabstände
    Auch hier finden Sie die notwendigen Abstände im Datenblatt des jeweiligen Herstellers. Überprüfen Sie gleich die jeweiligen Dämmstärken. Abzüglich der Konvektionsabstand ergeben die Maße Ihres Heizeinsatzes.
    Die Maße des vom Hersteller angegebenen Konvektionsabstandes sollte nie unterschritten werden.
    Unterschrittene Konvektionsabstände verringern die Konvektion und Wärmeübertragung zu Ihren Kachelmantel.
    Achten Sie auf den Abstand zwischen Heizeinsatz und Nachheizkasten. Diese müssen addiert werden. Sollte der Abstand größer sein sollte ein Strahlungsblech installiert werden. Auch der Abstand vom Heizeinsatz zum Erdboden sollte eingehalten werden. Oft wurden die alten Heizeinsätze auf den Boden abgestellt, dies kann zu Schäden am Gerät führen. Vor allem wenn von einem Rost-Heizeinsatz auf auf ein reines Holzbrand-Gerät, welches über kein Aschekastenfach verfügt, umgestellt ist eine Überhitzung an der Unterseite des Gerätes zu befürchten. Die Heizeimsätze sollten auf sogenannte Traglager gestellt werden. Bei diesen ist ein fester Halt garantiert und der Ofen kann auch unterhalb mit Kaltluft angeströmt werden.
    4. Nachheizkasten
    Der bestehende alte Nachheizkasten sollte sorgfältig untersucht werden in welchen Zustand er noch ist.(Rost von innen nach außen) Dieser sollte in der Regel nochmal genauso lange halten bis der neue Heizeinsatz getauscht werden muss.
    Sollten Sie sich für einen neuen Nachheizkasten entscheiden sollte der für den neuen Heizeinsatz geeignet sein.(Abgastemperatur) Aussage gibt das Datenblatt Ihres neuen Heizeinsatzes. Auch im Umgekehrten Sinn, wenn einen Blech-Nachheizkasten verbaut ist sollte kein Heizeinsatz verbaut werden wenn dieser nur für keramische Heizgaszüge ausgelegt ist.
    5. Die Verrohrung
    Lose zusammen gesteckte Rohre waren damals vor jahrzehnten noch der Stand der Entwicklung. Dieses ist aber nur Murks. Beim erneuern der Rauchrohrverbindung sollten Rauchrohrschellen welche die Übergange abdichten verwendet werden. Auch Reinigungsöffnungen sollten vorhanden sein um eine problemlose Reinigung des Rauchrohres zu gewährleisten.
    5. Fazit
    Sie sehen ein Austausch eines Heizeinsatzes ist kein schweres Unterfangen. Dennoch sollten die oben genannten Punkte mit Sorgfalt beachtet werden. Nur der Vergleich der Maße und Leistung reicht nicht aus. Wenn Sie den Austausch ordentlich Planen sollte Ihr Kachelofen für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet sein.
    Die namenhaften Hersteller wie Brunner, Leda, Schmid, Spartherm und Olsberg bieten eine Anzahl von hochwertigen Heizeinsatzen an welche für den Austausch geeignet sind. Diese sind nach den neuesten Bestimmungen geprüft und gelten als solide und langlebig.